Samstag, 25. April | 19:00 Uhr | Französische Kirche Murten | Kollekte
Sonntag, 26. April | 17:00 Uhr | Nydeggkirche Bern | Kollekte
Programmheft
Im a cappella Programm Il Grond Silenzi erklingen Chorwerke und Texte, welche die musikalische und textliche Auseinandersetzung mit der Natur und unserer Zeit, mit dem Bewusstsein von Vergänglichkeit und zentral mit Stille als Ort der Erkenntnis suchen. Durch Stille wird Musik hörbar, nicht nur als Pause zwischen Tönen, sondern auch durch Zurücknahme und Transparenz im Klang.
In unserem Programm stellen wir volksliedhafte Sätze aus dem rätoromanischen Liedgut zeitgenössischen Werken des Schweizer Komponisten Ivo Antognini und des Amerikaners Frank Ticheli gegenüber.
Wir möchten in diesem Programm Klangräume öffnen, die zum Nachdenken und Innehalten einladen.
The silence sings its endless song like an echo from an ancient world
(Frank Ticheli)
Chorgesang als Teil der Kultur
Die Auseinandersetzung mit rätoromanischen Liedern war für uns Vokalensemble Belcanto eine Premiere: Wir sind eingetaucht in eine wenig bekannte Welt, haben die verschiedenen Idiome kennengelernt, an der Aussprache gefeilt und viel Freude an diesem reichen Kulturgut gefunden.
In Romanischbünden ist der Chorgesang ein zentraler Teil der Kultur. Bis heute fällt die bemerkenswert hohe Dichte an Chören, Kirchenchören und Gesangvereinen auf. Der Chorgesang ist damit ein wesentlicher Faktor zur Förderung und Erhalt des Rätoromanischen in all seinen fünf Idiomen.
In der Tradition des Volksliedes wird die rätoromanische Identität konstruiert und Themen wie Heimweh und die Verbundenheit mit der Heimat werden zum Ausdruck gebracht. Häufig dienen Gedichte lokaler Autor*innen als Grundlage, deren Vertonungen von Sehnsucht, Glauben, Alltag und Naturbildern erzählen.
Viele romanische Lieder greifen die alpine Lebensrealität auf und stehen in der Tradition der Naturbeobachtung und -beschreibung. Ein besonders bekanntes Beispiel ist «la sera sper il lag» von Gion Balzer Casanova, das im Jahr 2009 zum beliebtesten rätoromanischen Lied gewählt wurde.
Als moderner Ausdruck der lebendigen Tradition steht «il Grond Silenzi» von Flavio Bundi, das die heutige Suche nach Ruhe und innerer Einkehr in der Bergwelt thematisiert.